Generelles

Immer wieder eine Enttäuschung

Heute hab ich mir mal wieder ein Überraschungsei gekauft. Aus Nostalgie, weil ich Lust auf ein bisschen Schokolade hatte und weil ich immer wieder vergesse, dass die Ü-Eier auch nicht mehr das sind, was sie mal waren.

Gut, die Sachen zum Zusammenbauen standen in meiner Gunst auch früher schon an zweiter Stelle. Aber da gab es wenigstens noch was zusammenzubauen. Damals war es schon ein Erfolgserlebnis, wenn man den gelben Kern ganz alleine, ohne einen Erwachsenen, aufbekommen hat.

Und heute? Ganze 2 Teile. Ungefähr 2 Sekunden Zusammenbauaufwand. Vermutlich sogar für einen 4-Jährigen. Das Auto hat nicht mal mehr Schwungradantrieb. Und schon alleine diese Easy-Open-Hülle. Was soll denn das? Damit kann ich ja nicht mal mehr Menschen abschießen. Oder einen Trinkpokal draus bauen. Oder Kresse drin anbauen. Und überhaupt: Wozu hat mir der liebe Gott Zähne gegeben, wenn ich das Ding mit nur einem Fingerdruck aufbekomme?

Pfffff. Ich sehe schwarze Zeiten für Ikea-Selbstbaumöbel auf uns zukommen. Die kommenden Generationen werden am Zusammenbau kläglich scheitern. Und das völlig unverschuldet. Denn wo hätten sie es auch lernen sollen?

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Jetzt mal ernsthaft…

Ich hab mir eine ganze Weile überlegt, ob ich zu Stuttgart 21 etwas schreiben soll oder nicht.

Eigentlich sollte sich mir diese Frage nicht stellen. Ich lebe hier, ich arbeite hier und darf natürlich und zum Glück meine ganz eigene Meinung zu jeden Thema haben und frei darüber reden und schreiben.

Doch bevor man sich zu diesem speziellen Thema äußert muss man sich die berechtigte Frage stellen: Will ich meine Hand wirklich in dieses Wespennest stecken? Denn dieses eine Thema bringt die Stimmung im Kessel zum kochen wie kaum ein anderes.

Kommt der neue Bahnhof oder kommt er nicht? Und wer hat das zu entscheiden? Ist es noch eine Demokratie, wenn es ohne die Bürger direkt zu fragen, von den (demokratisch gewählten) Volksvertretern entschieden wurde? Diese und viele andere Fragen werden grade allenthalben auf der Straße, in Blogs, auf Twitter, auf Facebook, in Schulen und Büros, eigentlich überall in Stuttgart diskutiert.

Was die Lautstärke, Präsenz und Vehemenz auf der Straße und in den Medien angeht, scheinen die Gegner von S21 tatsächlich in der Mehrheit zu sein. Andererseits, wenn ich mich so in meinem persönlichen Umfeld umschaue: Ich kenne persönlich gar nicht so viele die dagegen sind. Dafür aber ganz viele Menschen, denen es relativ egal ist. Oder die sich nicht entscheiden können, ob sie das Projekt nun gut finden oder nicht. Oder die einfach der Meinung sind, dass der Zug eben doch schon abgefahren ist. Zu dieser großen „grauen“ Gruppe zähle ich mich auch.

Aber von uns hört man nichts. Warum auch. Wir haben eigentlich nichts zu sagen, sondern bleiben bei diesem Thema still auf der Zuschauerbank.

Und klar sind die Gegner laut. Müssen sie ja. Sie haben ein Ziel und ihre Chancen das zu erreichen stehen momentan eher schlecht. Bleibt ihnen nur, noch lauter zu trommeln. Und Trommeln sollen sie wegen mir gerne. Für mehr Demokratie, für die Bäume im Schlosspark und gegen S21, wenn das ihre Meinung ist.

Aber dann bitte ich euch, liebe S21-Gegner: Wenn Ihr mehr Demokratie wollt, dann lasst auch die anderen Meinungen gelten. Einige von euch, und ich weiß, es sind wahrscheinlich nur einige wenige, machen den gleichen Fehler, den ihr auch den Verantwortlichen von Stuttgart 21 vorwerft.

Wenn ein Bauzaunverleiher mit Hassmails zugespammt wird, nur weil seine Zäune für S21 gemietet wurden. Wenn Menschen in Kommentaren, im Park oder auf der Straße angefeindet werden, weil sie nicht gegen S21 Stellung beziehen wollen oder gar dafür sind. Und wenn Menschen Gewalt angedroht wird, weil sie für etwas stehen, was man selbst nicht möchte…

Dann ist euch die Meinung eurer Mitbürger und das Recht auf freie Meinungsäußerung leider offenbar genau so wenig wichtig, wie den Herren da oben. Und das geht mir entschieden zu weit.

Meta-Blogging

Der zweite Tag meiner Bloggerkarriere, mein dritter Beitrag. Im Schnitt gar nicht mal so schlecht für jemanden, der eigentlich gar nicht so viel sinnvolles zu sagen hat. Vielleicht starte ich ein Meta-Blog. Ein Blog übers Bloggen. Schreiben übers schreiben, singen übers singen (an der Stelle sehr empfehlenswert: Sing von den Dresden Dolls ).

Nebenbei versuche ich, vorbildlicherweise, die Lieder für den nächsten Auftritt von „Lö Bänd“ zu lernen. Eigentlich eine gute Idee, wenn man diese in ziemlich genau 3 Wochen vor Publikum aufführen will. Sing gehört mit dazu. Daher schließt sich dieser Absatz logisch quasi nahtlos an den vorigen an, womit wir wieder beim Meta-schreiben wären und einen perfekten, wenn auch unnützen Bogen geschlagen hätten.

Lö Bänd ist übrigens kein wirklicher Name. Nur die intern gebräuchliche Selbstbezeichnung. Nur falls sich jemand meiner noch nicht vorhandenen Leserschaft wundern sollte. Eine Horde bunt zusammengewürfelter (Ex-) Studenten, die wundersamerweise den gleichen schrägen Humor und einen einigermassen gleichen Musikgeschmack haben.

Und seit ich zu arbeiten angefangen habe, hab ich leider viel zu wenig Zeit für die sinnvolle Vorbereitung unserer 1/4-jährlichen Auftritte. Weshalb ich den sich völlig unerwartet angeschlichen habenden Feiertag sinnvoll nutze und alles zumindest einmal angehört haben will. Womit wir wieder beim Feiertag und damit bei Baden-Württemberg wären und somit guten Gewissens beim nächsten/ vorherigen/ was-auch-immerigen Eintrag wären und diesen hier beenden können.

Wer? Wie? Was?

Schau an. Ein Blog. Eines von vielen.

Jetzt die große Frage: Was treibt mich dazu, meine Meinungen und Erlebnisse der Welt kund zu tun? Ist mein Leben so spannend? Habe ich ein Talent, das ich -komme was wolle- mit den Menschen da draußen teilen muss?

Kurz überlegen… – Nein. Habe ich nicht.

Dafür aber ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis, unter dem normalerweise mein Schatz, meine Freunde und meine Kollegen zu leiden haben. Das Ganze, gepaart mit einem leichten Anflug von Wahnsinn, einem Humor, den leider nicht jeder versteht und einer großen Portion Neugier sorgt hoffentlich für genügend Inhalt um den ein oder anderen zu unterhalten.

Bleibt die Frage, weshalb mein Blog heißt wie er heißt.

Zum einen bedingt mein Humor (leider) all zu oft, dass eigentlich harmlose Aussagen sich zu allerlei schrägen Vorstellungen in meinem Kopf zusammenfügen (also seid vorsichtig, was ihr zu mir sagt!) und zum anderen bin ich selten ohne meine Digicam anzutreffen.
Außer grade, weil ich sie mal wieder runter geworfen habe.
Aber auf meiner Liste von Muss-Anschaffungen steht ganz weit oben eine richtig tolle Kamera mit der ich die Bilder (also die schönen) aus meinem Kopf rausholen und der Welt zeigen kann. Man kann also neugierig sein.