Gedanken zum Muttertag

Heute ist Muttertag und wie das Leben manchmal so spielt, wurde ich heute daran erinnert, welches Glück oder auch Pech man mit seinen Eltern haben kann.

Es gibt ja vieles im Leben, dass man beeinflussen kann. Eltern gehören (leider) nicht dazu. Mich hat das Schicksal zum Beispiel mit einer ganz wunderbaren Mutter bedacht. Ohne dass ich was dafür kann. Liebevoll, fürsorglich, vor allem aber auch mit dem Mut, ihre Kinder ihren eigenen Weg gehen zu lassen. – Dieser geflügelte Satz mit den Kindern, Wurzeln und Flügeln? Ich bin mir relativ sicher, dass meine Mama dafür Vorbild war.

Ich würde nun gerne sagen, dass ich ihr dafür in jeder Minute meines Lebens dankbar bin. Aber es ist, wie es ist: Man gewöhnt sich an Dinge, man denkt nicht darüber nach und muss oft erst von außen dran erinnert werden, wie gut man es hat.

Heute war einer dieser Tage. Nicht etwa, weil heute Muttertag ist. Also auch. Denn natürlich war ich heute bei meiner Mama und natürlich denkt man an diesem Tag an seine Mutter. Vor allem aber ist mir auf dem Weg nach Hause in der S-Bahn ein Mutter-Tochter-Gespann begegnet, dass mir gezeigt hat, wie es auch sein kann.

Die Tochter: Ein ganz bezauberndes Kind, vielleicht 3 Jahre alt, vielleicht ein wenig jünger, blitzgescheit und ausgesprochen kontaktfreudig. Ich mag Kinder und so war es mir eine Freude, ein wenig mit der Kleinen zu plaudern. Übers Zug fahren, über Kleider, über meine Tasche. Was Mädchen eben so reden, wenn Sie unter sich sind.

Die Mutter: Konstant am Nörgeln. Setz Dich richtig hin. Hör auf, die ganze Zeit Fragen zu stellen. Setz Dich wieder hin. (Sie saß die ganze Zeit, aber nicht so, wie die Mutter wollte). Hör auf, Dich zu wiederholen. Hör auf, mich zu ärgern (weil sie nicht „richtig“ saß). Willst Du, dass Mami böse wird? Sei nicht so laut. Sei brav. Sei dies, sei jenes. Willst Du mich traurig machen? Du ärgerst mich, jetzt ärger ich Dich auch einmal, also nehm ich Dir den Schnulli weg.

Ich weiß nicht, was ihr Problem war. Das Kind war eben ein Kind. Und nicht mal ein übermäßig freches/wildes/unartiges. Vielleicht war sie auch nur eifersüchtig, dass die Kleine mit mir geplaudert hat. Vielleicht war sie auch nur aus anderen Gründen gestresst. Vielleicht ist sie auch sonst anders. Aber der Momentausschnitt, der sich mir gezeigt hat, war schlimm. Sie hat der Kleinen weder körperlich weh getan, noch sie offen beschimpft. Aber die Tatsache, dass sie nichts richtig machen konnte, fand ich ganz fürchterlich. Am liebsten hätte ich die Kleine mitgenommen. Damit sie wenigstens eine Zeit lang von diesem Gequengel befreit ist. Armes Ding. Ich hoffe, sie kann sich ihre offene Art trotzdem beibehalten. Viel Glück, Kleine.

Und ich bin unendlich froh, dass ich die Tochter meiner Mutter bin und sie mein Leben begleitet.
Danke, dass Du bist, wie Du bist, Mama.

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