Vergrabene Schätze.

Ich denke, jeder kennt den Moment, wenn man irgendwo, vielleicht ganz hinten im Schrank oder in der Tasche der Winterjacke, etwas findet, von dem man fast schon vergessen hatte, das man es besitzt. Manchmal sind es ein paar Euro. Manchmal leider auch nur ein Taschentuch, dass man vor der Wäsche vielleicht besser mal rausgetan hätte. Manchmal ist es aber auch etwas, dass man vorher noch gar nicht wirklich zu schätzen wusste. Und dafür jetzt um so mehr.

So ging es mir heute. In den letzten Wochen habe ich online mal wieder vergeblich nach einem für mich bezahlbaren guten Objektiv gesucht. Gutes Glas kann ja so teuer sein. Unter anderem hab ich mich auch gezielt im analogen Sektor rumgetrieben. Wer weiß, vielleicht lauert ja da ein Schnäppchen aus einem Nachlass? Und überhaupt: Man könnte ja auch mal analog fotografieren. Die alten Spiegelreflex kosten heute ja kaum noch was. Aber die Objektive sollten dann schon sowohl auf analog als auch auf digital passen. Wenn schon, denn schon. Und das wiederum ist nicht so einfach zu bekommen. Offenbar bin ich nicht die erste, die so denkt.

Langer Rede, kurzer Sinn: Nüschte wars.

Aaaaaber. Beim Thema analoge Fotografie hat es bei mir im Hinterkopf geklingelt. Ich hab da doch irgendwo eine Kamera. Die hat mir mein Vater vor Jahren schon überlassen. Solide deutsche Wertarbeit in diesem todschicken braunen Leder-Täschchen. Nur kam ich, damals noch point-and-shoot-verwöhnt, mit der leider nicht wirklich zurecht.

Aber inzwischen, mit einem Grundverständnis für Blende, Belichtungszeit und Co. könnte das ja ganz anders aussehen. Also hab ich mal in meinen Schränken gewühlt und wurde fündig.

Und hiermit präsentiere ich stolz mein wiederentdecktes Goldstück: Eine Voigtländer Vitomatic IIa.

Ist sie nicht schön?

Baujahr 1962/63, mit Ultron-1:2,0, 50mm-Objektiv (Das bessere der beiden damals erhältlichen, da hat mein Papa wohl was wirklich gutes eingekauft.)

Für die Zeit war die Kamera wohl so ziemlich auf dem neuesten Stand der Technik. Natürlich muss man alles von Hand einstellen, aber Belichtung und Verschlusszeit sind gekoppelt, also fast schon halb-automatisch und die Belichtungseinstellung wird sogar im Sucher angezeigt, ein großer Fortschritt damals, wie mir das Internet erzählt hat. Und überhaupt. Die Vintage-Kamerafreunde im Internet schwärmen richtig von der Qualität dieser Kamera.

Wie ihr euch denken könnt, war/ist meine Freude groß. Die Kamera läuft noch wie eine Eins. Meine Eltern hatten sie einmal in Reparatur, weil sie runtergefallen war. Zum Glück ist dabei dem Objektiv nix passiert.

Es war sogar noch ein s/w-Film eingelegt (seit ca. 10 Jahren, ob der wohl noch was taugt?) den ich heute beim Spazierengehen erst mal voll gemacht habe. Morgen geht der direkt zum Entwickeln. Bin ich neugierig!

Wenn die Bilder was werden, scan ich sie ein und poste sie hier.


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Ein Kommentar

  1. super und so gut in schuss,da bin ich aber auch neugirig…..super,ich habe mal so eine voigtlaender fuer 5o mark gekauft(aber der wuste nich was er tat)
    und laengst nicht so gut in schuss…..und ich finde keine tasche dazu…..
    viel erfolg fuer den alten s/w film……sowas laesst auf jeden fall das herz hoeher schlagen 🙂 ich freu mich fuer dich

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