Tratschender Toast

Gerade über die Schnellschuss-Links vom Werbeblogger entdeckt:

Ein Notiztoaster. Was oben draufgeschrieben wird, wird auf dem Toast eingebrannt:

notiztoast.jpg
(Image: http://www.yankodesign.com/index.php/2007/09/06/honey-i-left-it-on-the-toast/)

Scheint zwar nur ein Konzept zu sein. Aber wenn es realisiert werden würde, täten sich plötzlich unendlich viele Möglichkeiten auf:

Ein neuer Start von Mission Impossible: „Ihr Auftrag, sollten Sie ihn übernehmen […] Diese Nachricht werden Sie in wenigen Sekunden selbst zermalmen.“

Ehefrauen werden nicht mehr bei Lippenstiftspuren am Kragen misstrauisch, sondern bei Krümeln auf dem Revers. (Hat er gerade eine geheime Nachricht seiner Geliebten verschwinden lassen?)

Eine neue Spickzettelkultur in der Vesperdose entsteht („Klaus-Peter, Du schummelst! Das gibt eine 6!“ – „Bemeischn schie mihsch dosch.) und nur ein unachtsamer Bissen kann die Handlung einer Soap ein ganzes Jahr lang dominieren:

Möglicher Einstiegsdialog: „Und, hat sie Dir Ihre Nummer dagelassen?“ – „Ja, sie hat sie auf dem letzten Frühstückstoast eingebrannt. Ist das nicht romantisch..? Sag mal, was isst Du da eigentlich?“

Und schon kann es los gehen. Jetzt gibt es Raum für Streit, Versöhnung und weitere Dramen.
Die WG-Katze kann die Atmosphäre aus Anschuldigungen, tränenfeuchter Luft und verbranntem Toast nicht länger ertragen und flieht mit einem gewagten Sprung aus dem Fenster.

Eine wilde Suche nach Katze und Traumfrau beginnt. – Natürlich erfolglos. Im Gedränge in der (in Soaps immer vorhandenen) Stammkneipe verfehlen Sie sich mehrfach nur knapp, die umherstreunende Katze tritt in der Zwischenzeit eine kleine Nebenhandlung los, die einen anscheinend skrupellosen aber eigentlich doch gutherzigen Tierfänger, eine engagierte aber sehr naive Tierschützerin in einer Liebesszene zwischen Müllcontainern vereint und auch nochmal 3 Wochen Sendezeit füllt.

Letzten Endes finden Sie sich natürlich doch noch. Aber es wird noch dramatisch: Sie hat eine Katzenhaarallergie, fällt aufgrund der WG-Katze, die sich bei ihr versteckt in ein Koma, er findet sie im Krankenhaus, bricht zusammen, sie wird von seinen heißen Tränen aus dem Koma auferweckt, will aber nicht mit ihm reden, denn er hat ja nie angerufen. Der Toast essende, ungeschickte Mitbewohner hat hier seinen reumütigen Auftritt, erklärt alles und darf dafür bei der direkt anschließend statt findenden Hochzeit der Trauzeuge sein.

Auf dem Weg aus der Kirche streuen kleine Mädchen Toastscheiben, auf denen kleine Blumen eingebrannt sind. Auf der Hochzeitsfeier bekommt der Mitbewohner eine Toast-Telefonnummer von einer unbekannten Schönen verliert sie aber im Gedränge und verbringt den Rest des Tages damit, Tauben zu verscheuchen.

Und so schließt sich der Kreis, so beginnt eine neue Handlung. Und dasnur aufgrund eines Toasters.

Schöne neue Welt.

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