Ich muss zugeben, Flickr habe ich bisher noch nicht wirklich intensiv genutzt. Ich habe zwar schon seit Ewigkeiten einen Account und stelle auch gelegenltich Bilder online, um sie Freunden zu zeigen, aber den gesamten Netzwerkaspekt, der ja auch in Flickr steckt, habe ich bisher gepflegt ignoriert. Also darf ich mich auch nicht wundern, wenn meine Bilder nicht wirklich gefunden werden.
Nun bin ich gestern (oder war es schon vorgestern?) über Kwerfeldein auf fffflckr.com gestossen.
Ein sehr nett umgesetztes Programm mit dem man Bilder auf flickr entdecken kann.
Das Prinzip ist eigentlich recht einfach: Man startet mit einer Hand voll Fotos, üblicherweise den Bildern, die man auf Flickr als Favoriten markiert hat. Ein Klick auf ein Bild, dass einem gefällt, öffnet wiederum die Favoriten des Fotografen. Und von dort aus kann man sich weiter klicken und auch direkt von der Seite aus weitere Bilder als Favoriten markieren. Das geht sehr einfach und macht wirklich Spaß.
Vorteil: Man entdeckt sehr viele sehr gute Bilder.
Nachteil: Die Suche ist beschränkt auf Bilder, die von anderen Menschen bereits als Favorites genannt wurden. Wirkliche Ganz-Neu-Entdeckungen sind da also nicht dabei.
Dennoch ist es wirklich sehr empfehlenswert. Mir hat es zum Beispiel nochmals klar gemacht, was für Bilder ich eigentlich machen will. Und das sind Bilder von Menschen. Meine Flickr-Favorites sind da ziemlich eindeutig.
Mich bewegen Menschen. Junge und alte, “hübsche” genauso wie “interessante”. Hauptsache, die Bilder erzählen eine Geschichte. Oder lassen mich kurz innehalten. Am liebsten sind mir dabei Bilder aus dem Alltag. Fast schon reportageartig oder ganz klassische Portraits. Aber ohne den “Sag-mal-Cheese-Faktor.”
Wo sich bei mir gar nichts regt, ist die klassische Modefotografie. Gestellte Bilder, für mich meist viel zu glatt, völlig unnatürlich, ohne Tiefgang. Natürlich hat dieses Genre auch seine Daseinsberechtigung. Aber meins ist es nicht. Das weiß ich jetzt sicher.
Was mir bei meiner Reise durch die Flickr-Favorites auch aufgefallen ist: Sehr viele Fotografen bearbeiten ihre Fotos exzessiv. Trimmen sie auf alt, legen Strukturen darunter etc. Grade bei Fotos von kleinen Kindern. Ich weiß noch nicht wirklich, was ich davon halten soll oder will. Bei einigen Fotos wirkt es auf mich sehr stimmig und rund, gleichzeitig stört es mich aber auch ein bisschen.
Ich denke, was das angeht, muss ich noch ein wenig in mich gehen.